Paare... und wie sie (über)leben können


 

 

 

Menschen wollen sich verbinden. Unermüdlich versuchen wir immer wieder, ein Paar zu werden. Doch die Scheidungs- und Trennungsquoten nehmen zu. Kann die "unmögliche" Beziehung zwischen zwei Menschen dennoch gelingen?

Je weniger die Partner vor sich selbst und dem anderen verstecken und je mehr sie bereit sind, sich damit auseinanderzusetzen, wenn der andere Partner sie auf etwas hinweist, um so mehr können sie sich als Individuen entwickeln und wachsen, und damit wird ihre Beziehung immer wertvoller. Nur so müssen sie nicht ständig viel Kraft und Energie aufwenden, um ihre Maske zu wahren. Und sie müssen nicht ständig um die Balance in ihrer Partnerschaft fürchten.

Jeder hat mehr Raum zu wachsen, seine Möglichkeiten zu erforschen und ein erfülltes Leben zu führen. Somit können sie einander auch viel mehr geben. Und weil sie vielseitiger sind, haben sie auch mehr Freude aneinander. Ihre Tendenz ist positiv steigend.

Haben sie besondere, typische Merkmale? Grundlegende Voraussetzung ist die Fähigkeit, sich auf Veränderungen einzulassen. Bei sich selbst und beim Partner. Sie helfen einander sogar, diese Gefühle ans Licht zu bringen. Anders ausgedrückt: sie wissen um die Notwendigkeit, Kritik zu üben, sie tun das meist sehr konstruktiv und hilfreich - und im rechten Augenblick.

Paarkonflikte gründen meist auf komplexen, vielschichtigen Ursachen. In der heutigen westlichen Gesellschaft wird das feste Leitbild der Ehe und die damit zusammenhängenden strikten Rollenerwartungen stark kritisiert. Frauen und Männer sind auf der Suche, welches Bild von Beziehung nun gelten soll. Drei Prinzipien für eine gute Paarbeziehung wurden inzwischen herausgefunden:

das Abgrenzungsprinzip:
ein gut funktionierendes Paar muß sich nach außen und innen klar definieren;

das Gleichheitsprinzip:
in der Beziehung dürfen regressiv-"kindliche" und progressiv-"erwachsene"
Verhaltensweisen nicht polarisiert auf die Partner verteilt sein;

das Gleichwertigkeitsprinzip:
beide sollten ein ähnlich gleiches Selbstwertgefühl besitzen und in einer sogenannten Gleichwertigkeitsbalance stehen.


Die Beachtung dieser Prinzipien macht noch keine gutes Paar aus, sondern den Rahmen, in dem sich eine für beide Teile befriedigende Beziehung ereignen kann. Die meisten Paare kennen diese Prinzipien bereits intuitiv, sie "fühlen" und "spüren" irgendwie, daß es so sein müßte. Wenn sie diese nicht einhalten, beruht das meist weniger auf Unkenntnis als vielmehr auf tieferliegenden psychischen Schwierigkeiten, die dem Paar deren Befolgung unmöglich machen.